keramik als tragendes element
Keramik denkt man in Fliesen, Tassen, Geschirr — selten als Konstruktionsmaterial. Genau diese Frage stand am Anfang von Ceramic Re:visions: Lässt sich Keramik modular zu Tragwerken kombinieren? Welche Geometrien sind statisch sinnvoll? Wo liegen die Grenzen?
Es war kein Auftrag, sondern unser eigenes Projekt. Gründer Philipp Hubmer hat es gemeinsam mit Erich Bscheider als Masterprojekt am Institut für Tragwerksentwurf der TU Graz entwickelt — parallel lief damals schon hubmer³ – visualisierungen, das Studio neben dem Studium. Betreut wurde die Arbeit unter anderem von Harvard-Gastprofessor Martin Bechthold sowie den Professoren Stefan Peters, Andreas Trummer und Felix Amtsberg. Das Ziel: ein tragendes Bausystem, das mit wenigen keramischen Modulen acht bis zehn Meter überspannt.
vom lehm in der ortweinschule
Die Module sind nicht am Rechner geblieben. Wir haben sie in Kooperation mit der Ortweinschule selbst aus Lehm gefertigt — in der keramischen Werkstatt, von Hand, als echte Prototypen. Erst der gebrannte Ziegel zeigt, ob die Geometrie hält, was das Modell verspricht.
von graz und valencia nach amsterdam
Gezeigt wurde das Projekt mehrfach: zuerst im Haus der Architektur in Graz, dann auf der internationalen Keramik-Messe Cevisama in Valencia. Das System selbst haben wir beim IASS-Symposium „Future Visions” in Amsterdam (2015) vorgestellt — der internationalen Tagung für Schalen- und Raumtragwerke.
warum das bis heute zählt
Ein Studio, das Architektur visualisiert, sollte verstehen, wie Architektur trägt. Diese Wurzel — Material, Geometrie, Statik bis zum gebrannten Prototyp — steckt bis heute in der Art, wie wir an Projekte herangehen: nicht nur, wie etwas aussieht, sondern warum es so steht. Die Fragen sind dieselben geblieben.